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B I B L I O T H E K
T U R B E N T H A L


Gemeinde- und Schulbibliothek Turbenthal: Theatergeschichten mit Lorenz Pauli

"Seifeblööterli" Erzähltheater

Lorenz Pauli braucht keine grossen Kulissen und auch keine besonderen Figuren zum Geschichten erzählen. Mit seiner variablen Stimme, der ausdruckstarken Mimik, mit viel Fantasie und Einfühlungsvermögen fesselte er am Sonntag, 25. April, in der Bibliothek Turbenthal auch die kleinsten Kinder, die mux-mäuschen still seinen Erzählungen lauschten.

(rk) Elsbeth Kägi begrüsst die kleinen und grossen Gäste, die in der Bibliothek am Boden und auf Stühlen sitzen und stellt den noch unsichtbaren Geschichtenerzähler Lorenz Pauli vor. "Er kommt selten zur Türe herein, meistens durchs Fenster", sagt sie schelmisch lächelnd. Mit diesen Worten sind die Kinder schon voller Erwartung und sind gespannt auf das, was geschehen würde.

Der Mann, der nun erscheint, hat ein Buch vor dem Gesicht, gibt komische Töne von sich und beginnt schliesslich in einer grossen Kiste zu kramen. Er findet darin einen Ring, mit dem er Seifeblööterli macht. Schon fliegen viele runde und schillernde Blasen durchs Zimmer. Erfolglos versucht er nun, die Blasen mit einer Plastikbox einzufangen. Schliesslich kommt er auf die Idee, sie mit einem Federballschläger wegzuschlagen.

Jetzt kommt ein zweiter Gegenstand zum Vorschein. Ob der auch Blööterli ausspuckt? Lorenz Pauli bläst hinein und ein schriller Pfeifton ist zu hören. "Das ist ja ein Schlüssel und ich erzähle Euch nun eine Schlüsselgeschichte", verspricht der Mann, der jetzt schon die Herzen der Zuhörenden erobert hat. Zum Erzählen setzt er sich. "Was habt ihr denn für Stühle?", fragt er kopfschüttelnd. Die Kinder sind aufgeregt: "Der Stuhl steht ja verkehrt!" "Wie verkehrt?", ist die Gegenfrage. Ein Gespräch beginnt sich zwischen dem Erzählenden und den Anwesenden zu entwickeln. Die Kinder erklären mit Geduld, wie der Stuhl funktioniert und sind stolz, dass sie es etwas besser wissen als der Erwachsene.

Schillernde Geschichten

Lina verliert den Hausschlüssel. Dabei hat der Vater doch ausdrücklich gesagt, dass sie auf ihn aufpassen soll. Sie sucht an allen Orten, wo sie tagsüber war und findet einen andern Schlüssel mit dem sie das Tor zur Wüste öffnen kann, jedoch nicht die Haustür. Nach vielen erlebten Abenteuern kommt dann doch noch alles gut.

Wieder greift der Erzähler in seine Kiste. Ein ulkiges freches Ding kommt zum Vorschein. "Kautschuk heisse ich", schreit es seinen Meister an, der etwas schwer von Begriff zu sein scheint. Der vorwitzige Handschuhmann übernimmt sofort das Regiment und verlangt, dass ihm eine Geschichte erzählt wird. Er besteht darauf, das darin eine Maus. ein Frosch, ein Spatz und ein Schnägg vorkommen muss. Nach vielem hin und her wird ihm der Wunsch erfüllt und Lorenz Pauli erzählt ihm die Geschichte von der Mutprobe, die auch in einem der Bilderbücher des Erzählers vorkommt.

Die dritte Geschichte, welche die Kinder an diesem unterhaltsamen Nachmittag zu hören bekommen handelt vom Leo, der mit den Eltern in die Ikea geht, um Möbel für sein Zimmer zu kaufen. Leider könne sich die Familie deswegen in diesem Jahr keine Ferien mehr leisten, erklärt der Vater. Auf eine solche Idee kommen nur Erwachsene", ärgert sich der Junge. Wie die ganze Familie aber trotzdem zu ihren Ferien kam, das war das Happyend dieser Geschichte. Auch darüber gibt es ein schönes Bilderbuch, welches das ganze Geschehen erzählt und mit lustigen Bildern illustriert.

Nach dem herzlichen Applaus am Schluss der Vorstellung fordert Lorenz Pauli alle dazu auf, einen zweiten Applaus für das Bibliothek-Team zu spenden, das an einem Sonntagnachmittag keine Mühe gescheut hat, den Anlass zu organisieren. Alle freuten sich über diesen Vorschlag und dankten mit kräftigem Händeklatschen.

Am Büchertisch konnten die Bücher mit den lustigen Versli und  Geschichten gekauft werden. Die Art aber, wie Lorenz Pauli mit den Kindern umgeht und sie in die Erzählungen einbezieht, kann nur bei einer persönlichen Begegnung miterlebt werden.

Lorenz Pauli wohnt in Bern. Seit 1989 arbeitet er als Kindergärtner in Zollikofen, nachdem er eine Banklehre absolviert und später das Kindergartenseminar Marzili durchlaufen hatte. Danach besuchte er einen zweijährigen Kurs in Erwachsenenbildung. Doch nach wie vor gehört sein Herz und 50% seiner Arbeitszeit dem Kindergarten. In der restlichen Zeit schreibt er Geschichten für Kinder zwischen 4 und 11 Jahren und ihre Erwachsenen. 2003 durfte er die "Ehrenurkunde des Österreichischen Staatspreises für Kinderlyrik" entgegennehmen. Für "Luege, was der Mond so macht" gab's im Jahr 2000 die Goldene und im Jahr 2005 die Platinene Schallplatte. Seine Bücher und CDs kann man auch online in seinem Internet-Shop kaufen: www.mupf.ch.